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27 Nov 2012

Die Geburt: Ende und Anfang zugleich

Kaiserschnitt oder normal entbinden? Eine Frage, die sich sicher viele schwangere Frauen stellen. Denn hört man sich die Geschichten aus dem Bekannten- und Freundeskreis an, wird einem vor der Geburt ganz Angst und Bange. Zumindest ging es mir so. Fast jede meiner Freundinnen hatte Probleme: Bei der einen wollte sich das Kind ewig nicht auf den Weg machen, so daß sie sich aus Angst vor Übertragung einen Wehencocktail nach dem anderen mixte. Eine andere musste geschnitten werden, bei wieder einer anderen kam das Kind in letzter Sekunde mit der Saugglocke auf die Welt. Besonders schlimm war es bei einer Zwillingsmama, die ihre Kinder drei Monate zu früh auf die Welt brachte und selber fast gestorben wäre. Trotz aller Horrorszenarien habe ich den natürlichen Weg gewählt. Eine bessere Entscheidung hätte ich nicht treffen können.

Kurz nachdem mein Kind auf der Welt war, sagte die schichthabende Hebamme zu mir, dass sie froh sei, einmal wieder eine so schöne und ganz normale Geburt miterlebt zu haben. Kein Kaiserschnitt, keine PDA, kein Dammschnitt und auch sonst keine Komplikationen.

Immer wieder ist zu lesen, dass die Zahl der Kaiserschnittgeburten steigt und eine Spontangeburt eine Seltenheit ist. Angeblich bekommt gerade mal jede 20te Frau ihr Kind noch ganz normal, will heißen ohne Einleitung, Schmerzmittel etc. Immer mehr Frauen entscheiden sich für einen Kaiserschnitt, hauptsächlich aus Angst vor Schmerzen aber auch weil die Sectio für Krankenhäuser ein sehr lukratives Geschäft ist. Den wenigsten ist wirklich bewusst, dass es sich um eine OP handelt, die mit vielen Risiken verbunden ist. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum man sich freiwillig unter’s Messer begibt und vermeidbaren Gefahren aussetzt...

Fruchtblase geplatzt

Etwa eine Woche vor geplanten Termin platze bei mir nachts plötzlich die Fruchtblase. Ich hielt es erst für Pippi, die ich in den letzten Tagen eh nicht mehr richtig halten konnte. Und das Indikationspapier, dass ich mir in der Apotheke besorgt hatte, zeigte ein Farbspektrum von blau über grün bis hin zu farblos. Also wieder ab ins Bett. Ein paar Stunden später musste ich wieder auf Toilette und schon auf dem Weg dorthin lief und lief es. Also noch mal Test gemacht, der war wieder ganz bunt. Aber nach Urin roch das Wasser irgendwie nicht, eher süßlich.

Weil ich mir nicht sicher war, griff ich zum Hörer und rief im Krankenhaus an. Da war es fünf Uhr morgens. Die Hebamme meinte ich solle mich noch einmal hinlegen und dann ganz entspannt gegen 11 Uhr im Krankenhaus zur Untersuchung eintreffen. Dort stellte man fest, dass die Fruchtblase tatsächlich geplatzt und der Muttermund bereits einen Zentimeter geöffnet war. Aber das Köpfchen saß fest im Becken, so bestand keine Gefahr für eine Infektion. Und ich? Ich war die Ruhe in Person. Keine Angst, keine Schweißperlen auf der Stirn, kein Herzrasen. Das konnten nur die Hormone sein.

Wassergeburt

Nun wurde gemeinsam mit der Hebamme über die nächsten Schritte nachgedacht. Zur Auswahl standen Quarz-Globuli, Einleitung oder einfach abwarten. Ich entschied mich für ersteres. Alle 15 Minuten sollte ich 6 Globuli unter der Zunge zergehen lassen. Das war etwa gegen 13 Uhr. Gegen 16 Uhr fingen die Wehen an, in regelmäßigen Abständen zu kommen. Noch war es auszuhalten. Gegen 18.30 Uhr ging es in den Kreißsaal. Der Muttermund war etwa drei Zentimeter geöffnet. “Na, das kann was werden”, dachte ich. Bei einem Zentimeter pro Stunde, hieße das, ich hätte mich noch sieben weitere Stunden mit den Wehen herumplagen müssen. Doch es kam anders. Weil der Muttermund schön weich war, gab er auch schneller nach. Um 23.22 Uhr war unser Kind geboren. In der Wanne. Es war harte Arbeit, aber auszuhalten. Wenn man sich dem Schmerz hingebt, loslässt und mit Tönen und Kraft in jede Wehe geht, ist es ein Spaziergang. Ok, ok, nicht ganz. Aber jetzt im Nachhinein kommt es mir fast so vor.