07 Feb 2013

Träum süß mit den Elchen

Angeblich sollen Wiegen- und Schlaflieder entscheidend zur geistigen und seelischen Entwicklung von kleinen Kindern beitragen. Sogar ungeborene Babys reagieren auf Töne außerhalb von Mamas Bauch. Drum habe ich mir schon während der Schwangerschaft eine Spieluhr mit dem Wiegenlied "Guten Abend, gute Nacht" besorgt und mir abends auf den Babybauch gelegt.

Ganz und gar unchristlich

Als das Baby schließlich auf der Welt war, kam die Uhr allerdings kaum noch zum Einsatz. Selber singen ist doch viel schöner. Das Kindlein im Arm, wird ihm nun sanft von Mama oder Papa ins Ohr gesäuselt. Eines Abends stimmte Papa ein Lied an, das mir bis dahin völlig unbekannt war. Im Gegensatz zu anderen bekannteren Schlafliedern, war es endlich mal eines ohne religiöse Komponente. Sorry, aber Strophen wie "Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt" oder "Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder" möchte ich meinem Kind nicht vorsingen, auch wenn die Melodie an sich sehr schön ist und das Baby am Anfang den Text noch nicht versteht.

"Abends treten Elche aus den Dünen" aus der Feder von Heinrich Eichen entspricht schon eher meiner Vorstellung von einem schönen und auch kindgerechtem Schlaflied. Und wenn der Lütte etwas größer ist, kann er sich bestimmt auch bildlich mehr darunter vorstellen, dann können wir gleich eine schöne Geschichte daraus machen.

Abends treten Elche aus den Dünen
ziehen von der Palve an den Strand
Wenn die Nacht, wie eine gute Mutter
leise deckt ihr Tuch auf Haff und Land

Ruhig trinken sie vom großen Wasser,
darin Sterne wie am Himmel stehn
Und sie heben ihre starken Köpfe
lautlos in des Sommerwindes Wehn

Langsam schreiten wieder sie von dannen,
Tiere einer längst vergangnen Zeit.
Und sie schwinden in der Ferne Nebel
wie im hohen Tor der Ewigkeit

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