05 Jun 2013

Trinken will gelernt sein

Mit Einführung der Beikost, stellt sich jetzt die Frage, wie das Baby genug Flüssigkeit (etwa 1 Liter pro Tag) bekommt. Unsere Hebamme ist der Meinung, dass man nicht früh genug damit beginnen kann, den Kindern das Glas oder die Tasse anzubieten. Doch die ersten selbstständigen Versuche, aus dem Becher zu trinken, endetet bei uns bisher immer mit einer kleinen Überschwemmung.

Mit der Zeit hatte das Baby den Dreh raus und seit ungefähr einer Woche kann er - zwar noch mit etwas Unterstützung - ganz passabel daraus trinken. Übung macht eben den Meister. Für unterwegs ist der Becher allerdings eher unpraktisch. Daher habe ich zusätzlich eine Trinklernflasche von NUK besorgt. Die soll laut Hersteller nämlich für einen "problemlosen Übergang von der Mutterbrust oder Flasche zum selbstständigen Trinken" geeignet sein. Doch ich bin am Überlegen, ob ich das Ding nicht ganz schnell wieder entsorge. Denn Logopäden und Zahnärzte sehen eine große Gefahr in derlei Hilfsmitteln.

Schlimme Folgen

Es heißt nämlich, dass etwa 45 Prozent der kieferorthopädischen Fehlbildungen durch äußere Einflüsse wie falsche Lutschgewohnheiten zustande kommen. Babys und Kleinkinder können sich durch das ständige Benutzen von Trinklernflaschen, Schnabeltassen und Co eine falsche Zungenposition antrainieren, was zu Lispeln und Zahnfehlstellungen führen kann. Das Mundstück solcher Flaschen fördere nämlich bei der Benutzung jedesmal die Zunge dazu auf, nach vorne zu kommen. Das wiederum habe einen fehlerhaften Schluckablauf, einen offenen Biss und später Sprachstörungen zur Folge.

Für unterwegs also lieber einen Strohhalm benutzen? Der soll nämlich genau das Gegenteil bewirken: Die Zunge orientiert sich nach hinten. Aber wann weiß mein Kind, wie es aus einem Strohhalm trinken kann? Noch spielt es lieber mit dem langen Etwas.... Aber wie mit allen Dingen wird die Zeit es schon richten und in der Zwischenzeit werde ich wohl doch den Becher mitnehmen müssen. Dann wird eben nur eine kleine Menge Wasser zum Trinken eingefüllt.

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